Wirtschaft

Bluetooth ist in einem kurzen Moment angreifbar

0

Handy, Lautsprecher, Kopfhörer: Bluetooth hat sich vor allem auf mobilen Geräten etabliert. Der Standard ist akkuschonend, kompatibel und zuverlässig. Es gibt aber eine Schwachstelle bei der Sicherheit. 0

Bluetooth wird auf vielen Geräten genutzt. Aber Bluetooth ist nicht gleich Bluetooth. Es gibt unterschiedliche Versionen der drahtlosen Übermittlung. Und die Übertragung ist nicht komplett sicher.

Doch zuerst die Basics: Bluetooth ist ein Nahfunkstandard, der sich vor allem dafür eignet, Zubehör wie Kopfhörer, Tastaturen oder Smartwatches drahtlos mit Smartphone oder Rechner zu verknüpfen.

„Bluetooth ist zuverlässig und recht energieeffizient, weshalb es sich nur geringfügig auf die Akkulaufzeit des Smartphones auswirkt“, sagt Ronald Eikenberg vom Computermagazin „c’t“. Durch den Einsatz des Standards Bluetooth Low Energy könne der Stromverbrauch weiter reduziert werden. Davon profitieren insbesondere kleine Geräte mit kleinen Akkus wie Weareables.

Verschiedene Bluetooth-Versionen

Vor 20 Jahren wurden die ersten Bluetooth-Standards unter den Namen 1.0 und 1.0B veröffentlicht. Mittlerweile gibt es verschiedene Versionen, die aktuelle lautet 5.0. Mit der Zeit wurde die Störungsanfälligkeit verringert, und Reichweite und Geschwindigkeit wurden verbessert.

Aber sind alle Versionen miteinander kombinierbar? „Grundsätzlich ist Bluetooth abwärtskompatibel, es gibt mit Bluetooth Low Energy (BLE) jedoch eine wichtige Ausnahme“, sagt Eikenberg. „Unterstützt etwa das Smartphone kein BLE, wird es nie mit Smartwatches oder Fitness-Trackern kommunizieren können, die ausschließlich BLE einsetzen.“

Bluetooth 5.0 etabliert sich langsam auf den Smartphones. Bei freier Sicht ist eine Datenübertragung bis zu einer Reichweite von 200 Metern möglich, und die Übertragungsgeschwindigkeit wurde deutlich verbessert. Damit kann es vor allem in den Bereichen Navigation, Lokalisierung und Internet eingesetzt werden.

„Ein Fokus des neuen Standards liegt auf einem geringeren Energieverbrauch“, sagt Michael Knott vom Fachmagazin „Netzwelt“. „Die Vorteile von Bluetooth 5 zielen weniger stark auf Smartphones oder Kopfhörer, sondern eher auf das Internet der Dinge.“ Das sind vor allem Smart-Home-Geräte wie vernetzte Thermostate oder Staubsaugerroboter.

Allerdings kann auch Bluetooth 5.0 in der Bandbreite bei Weitem nicht mit WLAN mithalten. „Dies hat zur Folge, dass umfangreiche Dateien, etwa hochauflösende Fotos oder Videos, bei der Übertragung per Bluetooth länger benötigen“, sagt Knott.

Bluetooth-Schwachstelle

Eigentlich ist die Datenübermittlung mit Bluetooth recht sicher, da die Verbindung zwischen zwei Geräten verschlüsselt ist. Es gibt jedoch einen kurzen Moment, in dem das System eine Schwachstelle hat und ein Zugriff von außen möglich ist. Dazu muss ein Angreifer jedoch genau in dem Augenblick eine Verbindung attackieren, in dem diese hergestellt wird.

Zudem muss sich der Eindringling in Funkreichweite befinden. „Da eine Verbindung zwischen zwei Geräten nur einmalig durchgeführt wird und zudem maximal wenige Sekunden dauert, ist es höchst unwahrscheinlich, dass man durch die Bluetooth-Schwachstelle angegriffen wird“, sagt Eikenberg.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt die zeitnahe Installation der vom Hersteller bereitgestellten Sicherheitsupdates, um die Schwachstellen zu schließen. Entsprechenden Schutz liefern Sicherheitsupdates für die Bluetooth-Treiber.

Bei Smartphones und Tablets stecken diese im Betriebssystem. Grundsätzlich rät das BSI dazu, Bluetooth und andere Kommunikationskanäle wie etwa WLAN nur dann zu aktivieren, wenn sie tatsächlich gebraucht werden.

Lässt sich mit Bluetooth unter Wasser funken?

Gemütlich ins Schwimmbad gehen, einige Bahnen drehen und dabei unter Wasser via Bluetooth mit Bluetooth-Kopfhörern Musik hören? Eine schöne Vorstellung, die nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist.

„Es gibt Bluetooth-Lautsprecher und -Kopfhörer, die unter Wasser funktionieren“, sagt Michael Knott. Sie seien aber auf lokal im Gerätespeicher abgelegte Audiodateien angewiesen.

Nur beim Schwimmen an der Oberfläche funktioniert die Verbindung. „Eine Nutzung von Bluetooth unter Wasser ist kaum sinnvoll möglich, da die Verbindung zwischen Sender und Empfänger wenige Zentimeter unter der Wasseroberfläche abbricht.“

Sportgeräte wie Smartwatches speichern ihre Daten zwischen, eine Synchronisation mit Smartphone oder PC würde dann in der Regel erst zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.

So spielt die Musik – wireless, wasserdicht oder auch mit Verkehrsgeräuschen Das Video konnte nicht abgespielt werden.
Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Weniger Kabel, smarte Lautsprecher und Qualität für Genießer. Auf der IFA in Berlin gibt es wieder zahlreiche Audio-Neuheiten zu bestaunen – hier ein paar Highlights.

Amazon schafft Downvoting von Produktrezensionen ab

Previous article

Telekom greift Netflix mit Deutschland-Plattform an

Next article

You may also like

Comments

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

More in Wirtschaft