Gesundheit

Homöopathie: Koalitionspolitiker fordern Ende der Erstattung

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Homöopathie-Präparate: Viele gesetzliche Krankenkassen bezahlen derzeit Globuli und andere homöopathische Mittel. (Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa)

In Frankreich zahlen die Krankenkassen künftig nicht mehr für homöopathische Mittel. Das hat die Homöopathie-Debatte hierzulande neu entfacht. Nach den Kassenärzten wollen nun auch Politiker die Zuzahlungen abschaffen.

Politiker der großen Koalition haben sich dafür ausgesprochen, wie in Frankreich die Erstattung homöopathischer Mittel durch die Krankenkassen zu streichen. Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Erwin Rüddel (), sagt den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND), es sei “schwer vermittelbar”, dass Kosten für teilweise übernommen würden, während an anderer Stelle gespart werden müsse. “Deswegen kann ich mir durchaus ein Ende der Erstattungsfähigkeit vorstellen.”

“Wirksamkeit ist nicht nachgewiesen”

Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sabine Dittmar, sagt den RND-Zeitungen, sie könne die Entscheidung in Frankreich “absolut nachvollziehen”. “Die Wirksamkeit homöopathischer Mittel ist nicht nachgewiesen.”

Sie sehe es deshalb “kritisch, dass Krankenkassen und damit die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler diese Mittel finanzieren”. Es sei aber wichtig, zwischen Naturheilkunde und Homöopathie zu unterscheiden.

Zuspruch von der FDP – Kritik von den Linken

Die -Gesundheitspolitikerin Christine Aschenberg-Dugnus sagt, jeder, der Homöopathie befürworte, solle sie auch weiter erwerben können. “Aber auf Selbstzahlerbasis.”

Dagegen sagt der Linken-Politiker Harald Weinberg den RND-Zeitungen, er halte die Debatte für überzogen. Die Kosten für Homöopathie für die Krankenkassen seien extrem niedrig. Es gebe wichtigere Probleme im Gesundheitswesen, beispielsweise den Pflegenotstand in Krankenhäusern, der zu Komplikationen und vermeidbaren Todesfällen führe.

Frankreich schafft Kostenerstattung ab

Die französische Regierung hatte diese Woche beschlossen, dass homöopathische Mittel ab 2021 nicht mehr von der gesetzlichen erstattet werden sollen. Grund sind massive Zweifel an der Wirksamkeit der Globuli.

Zuvor forderte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, ein Ende der Finanzierung solcher Leistungen durch die Krankenkassen in Deutschland. Der AOK-Bundesverband verlangt Klarheit vom deutschen Gesetzgeber.

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