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Landtagswahl Hessen 2018: Alles zur Briefwahl, Wahlkreis und Co.

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Der hessische Landtag am Schlossplatz in Wiesbaden: Am 28. Oktober wählen die Hessen ihr neues Parlament. (Quelle: imago)

Kann CDU-Ministerpräsident Volker Bouffier in Hessen weiterregieren? Oder übernimmt Thorsten Schäfer-Gümbel mit seiner SPD? Alles Wissenswerte zur Landtagswahl.

Überblick

Am 28. Oktober wählt Hessen einen neuen Landtag. Die AfD hat gute Chancen, in das derzeit Fünf-Fraktionen-Parlament einzuziehen. Die schwarz-grüne Regierung um Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) will weiter regieren, doch die Mehrheit könnte knapp werden. Auch SPD-Kandidat Thorsten Schäfer-Gümbel will Regierungschef werden. t-online.de hat die wichtigsten Fragen zur Wahl zusammengestellt.

Wer darf wählen?

Wählen darf in Hessen bei der Landtagswahl jeder deutsche Staatsbürger, der 18 Jahre alt ist und schon mindestens drei Monate seinen Hauptwohnsitz oder dauernden Aufenthalt in Hessen hat. 

Wann und wo kann gewählt werden?

Die Landtagswahl ist in Hessen für den 28. Oktober angesetzt. Es ist die 20. Landtagswahl seit dem Zweiten Weltkrieg. Zugleich wird per Volksabstimmung über 15 Gesetze zur Änderung der hessischen Landesverfassung abgestimmt. In welchem Wahllokal man abstimmen muss, steht auf der Wahlbenachrichtigung. Die Wahllokale haben am Wahltag von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Was tun, wenn die Wahlbenachrichtigung verloren wurde?

Die Wahlbenachrichtigung muss allen wahlberechtigten Hessen bis zum 7. Oktober per Post zugeschickt werden. Wer bis dahin keine Benachrichtigung erhalten hat, sollte bei seiner Gemeinde nachfragen, ob er ins Wählerverzeichnis eingetragen ist. Wer seine Wahlbenachrichtigung verliert, darf in seinem Wahllokal trotzdem wählen. Wichtig ist: Jeder muss sich dort mit einem Personalausweis oder Reisepass ausweisen, egal ob er die Wahlbenachrichtigung dabei hat oder nicht. Die Wahlbenachrichtigung macht es den Wahlhelfern einfacher, den Wähler im Wählerverzeichnis zu finden.

Ein Wahllokal in Wiesbaden während der Bundestagswahl 2017: In welchem Wahllokal man wählen muss, steht auf der Wahlbenachrichtigung. (Quelle: imago)

Wie funktioniert die Briefwahl?

Jeder wahlberechtigte Hesse kann auch per Briefwahl an der Landtagswahl teilnehmen. Dazu muss man Wahlschein und Briefwahlunterlagen beantragen. Das geht am einfachsten, indem man das Formular auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung ausfüllt und abschickt. Man kann die Unterlagen auch per E-Mail bei seiner Gemeindebehörde beantragen. Die Beantragung ist kostenlos. Die Briefwahlunterlagen werden dem Wähler dann per Post zugeschickt. Die Unterlagen können bis zum Freitag vor der Wahl bis 13 Uhr beantragt werden – in Ausnahmefällen wie einer plötzlichen Erkrankung auch noch am Wahltag bis 15 Uhr. Wichtig ist, dass die Unterlagen bis 18 Uhr am Wahltag bei der zuständigen Stelle vorliegt – egal ob per Post oder persönlich überbracht. 

Was sind die Wahlkreise?

Hessen ist für die Landtagswahl in 55 Wahlkreise aufgeteilt. Die Wahlkreise werden von einer Kommission so zugeschnitten, dass überall möglichst gleich viele Wahlberechtigte leben. Die Größe der Wahlkreise darf aber um bis zu 25 Prozent abweichen.  

Was bestimmt die Wahlkreisstimme und was die Landesstimme?

Mit der Wahlkreisstimme können die Hessen den Direktkandidaten ihres Wahlkreises wählen. Wer im Wahlkreis die meisten dieser Stimmen bekommt, zieht als Direktkandidat in den Landtag ein. Mit der Landesstimme wählt man eine Partei. Diese Stimme bestimmt auch maßgeblich, wie später die Sitzverteilung im Landtag geregelt wird. In Hessen gibt es bei der Bezeichnung der Stimmen übrigens eine Besonderheit: Die Wahlkreisstimme heißt bei der Bundestagswahl und bei Wahlen in anderen Ländern Erststimme und die Landesstimme heißt Zweitstimme.

Was ist die Fünf-Prozent-Hürde?

Damit eine Partei Abgeordnete in den Landtag schicken darf, muss sie mindestens fünf Prozent aller Landesstimmen in Hessen erringen. Schafft sie das nicht, ist sie nicht im Landtag vertreten. Diese Hürde nennt man Fünf-Prozent-Hürde. 

(Quelle: Benjamin Springstrow/t-online.de)

Wer kann gewählt werden?

Prinzipiell kann sich jeder Hesse, der wahlberechtigt ist und seit mindestens einem Jahr in Hessen lebt, zur Wahl stellen – sofern er 21 Jahre alt ist. In vielen anderen Ländern ist das schon mit 18 Jahren möglich. Bei dieser Landtagswahl treten in Hessen 23 Parteien mit insgesamt 691 Bewerberinnen und Bewerbern an. Der Frauenanteil liegt bei weniger als einem Drittel, nämlich bei 212 Bewerberinnen. Diese Parteien stehen zur Wahl: 

Fragen und Antworten:

Wahl-O-Mat zur Hessen-Wahl:

Wer sind die Spitzenkandidaten der Parteien?

Die CDU schickt Volker Bouffier ins Rennen. Der amtierende Ministerpräsident will sein Amt verteidigen. Streitig machen will es ihm der SPD-Spitzenkandidat Thorsten-Schäfer Gümbel (). Die bislang mit der CDU regierenden Grünen schicken ein Spitzen-Duo in den Wahlkampf. Es besteht aus Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Umweltministerin Priska Hinz. Der Spitzenkandidat der FDP heißt René Rock. Die Linke geht mit der Doppelspitze Janine Wissler und Jan Schalauske ins Rennen. Und der AfD-Spitzenkandidat heißt Rainer Rahn.

Wie wurde vor fünf Jahren gewählt?

Bei der Landtagswahl 2013 bekam in Hessen die CDU die meisten Stimmen und erreichte 38,3 und damit 47 der 110 Sitze im Landtag. Die SPD landete auf Platz zwei mit 30,7 Prozent und 37 Sitzen im Parlament. Die Grünen erreichten 11,1 Prozent und 14 Sitze, die Linke (5,2 Prozent) und die FDP (5 Prozent) übersprangen die Fünf-Prozent-Hürde nur knapp und erhielten jeweils 6 Sitze. Die AfD schaffte es 2013 mit 4,1 Prozent nicht in den Landtag.

Wann steht das Ergebnis der Landtagswahl fest?

Die Wahlhelfer beginnen mit der Auszählung der Stimmen, wenn die Wahllokale um 18 Uhr schließen. Mit einem vorläufigen Ergebnis der Wahl ist noch in der Nacht zu rechnen. Vorher veröffentlichen die Umfrageinstitute ab 18 Uhr schon Prognosen und Hochrechnungen des Wahlergebnisses.

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