Gesundheit

Keuchhusten: Symptome, Ansteckung, Impfung und Risiken

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Keuchhusten kann für Erwachsene gefährlich sein (Quelle: absolutimages/Thinkstock by Getty-Images)

Es ist ein Irrtum, dass besonders Kinder an Keuchhusten leiden. Tatsächlich ist die Krankheit unter Erwachsenen deutlich häufiger verbreitet, auch wenn ihnen – im Gegensatz zu Kindern – keine Lebensgefahr droht. Dennoch sollten Sie sich als Keuchhustenpatient unbedingt behandeln lassen. Das Ansteckungsrisiko ist hoch und es kann zu schwerwiegenden Folgeerscheinungen kommen.

Überblick

Achtung, Ansteckungsgefahr!

Keuchhusten ist ansteckend. Er wird durch das Bakterium Bordetella pertussis ausgelöst. Die Infektion ist ganzjährig aktiv. Das Bakterium heftet sich an den Schleimhäuten der Atemwege fest, vermehrt sich dort und setzt Giftstoffe frei. Diese werden durch Husten, Niesen oder durch eine Tröpfcheninfektion über die Atemluft verbreitet.

Auf Grund der hohen Ansteckungsgefahr muss eine Erkrankung an Keuchhusten seit dem Jahr 2013 an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden. Dies übernimmt der behandelnde Arzt für Sie. Das soll weitere Ansteckungen verhindern.

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Eine Ansteckungsgefahr besteht ab dem Auftreten der ersten Symptome und kann bis zu sechs Wochen andauern. Dabei liegt die Inkubationszeit zwischen sieben und 20 Tagen. Das ist der Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit.

Meldepflicht

Keuchhusten muss amtlich gemeldet werden. Wenn ein Arzt die Diagnose stellt, muss er innerhalb von 24 Stunden den Fall mit Name des Patienten an das Gesundheitsamt melden. Das ist im Infektionsschutzgesetz (IfSG) geregelt.

Welche Symptome hat Keuchhusten?

Üblicherweise fehlen bei Erwachsenen die typischen Symptome, die bei Kindern auftreten – etwa keuchende Atemgeräusche, Atemnot und gelegentliches Erbrechen. Vielmehr äußert sich die Erkrankung bei Erwachsenen wie folgt:


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Zudem berichten Patienten häufig von großen Anstrengungen beim Einatmen, weshalb Keuchhusten auch als Stickhusten bezeichnet wird.

Sie sollten daher unbedingt bei einem hartnäckigen und lang anhaltenden Husten einen Arzt aufsuchen, gerade wenn Sie unter nächtlichen Hustenattacken leiden.

Keuchhusten: Erwachsene größte Risikogruppe

Problematisch ist, dass viele Erwachsene zunächst die Symptome von Keuchhusten (Pertussis) verkennen. Denn diese Atemwegserkrankung verläuft mit zunehmendem Alter anders als bei Kindern, weshalb viele Betroffene eher an andere Atemwegserkrankungen denken. Einen Beitrag dazu leistet die weit verbreitete Vorstellung, dass Keuchhusten vornehmlich bei Kindern vorkommt.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind sogar weit mehr Erwachsene von Keuchhusten betroffen als Kinder. Das Durchschnittsalter lag im Jahr 2017 bei 34 Jahren. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum über 25.000 Fälle vom RKI gezählt. Im Jahr 2014 waren es mit gut 16.000 gemeldeten Keuchhustenfällen deutlich weniger. 

Gesundheitliche Folgen von Keuchhusten

Glücklicherweise ist die Gefahr für Erwachsene nicht so gravierend wie die für Kinder, es droht also keine Lebensgefahr. Trotzdem können teils schwerwiegende Komplikationen auftreten:

Bei starkem Husten kann sogar ein Rippen- oder Leistenbruch die Folge sein, selbst ein Bandscheibenvorfall ist möglich. Keuchhusten kann bei Kindern und Babys zu einem Atemstillstand und somit zum Tod führen. 

Ist eine Impfung gegen Keuchhusten sinnvoll?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die Impfung gegen Keuchhusten für folgende Personengruppen:

Altersgruppe Häufigkeit der Impfung
Säugling, Kleinkind
2., 3., 4. und 11. – 14. Lebensmonat
4 Teilimpfungen
Kinder, Jugendliche
5. – 6. Lebensjahr, 9 – 17. Lebensjahr
Auffrischimpfung
Erwachsene Auffrischimpfung
in Kombination mit Tetanus, Diphtherie
Frauen im gebährfähigem Alter,
Eltern, Großeltern, Tagesmütter
Auffrischimpfung
alle 10 Jahre
Personen im Gesundheitswesen Auffrischimpfung
alle 10 Jahre

Eine Erkrankung an Keuchhusten verhindert eine weitere Ansteckung mit Pertussis nur bedingt. Nach etwa sieben Jahren können Sie sich erneut mit dem Bakterium infizieren.

Wenn Ihr Gegenüber nicht geimpft ist, besteht ein hohes Infektionsrisiko: Wer nicht geimpft ist, hat eine Ansteckungsrate von 70 bis 80 Prozent, wenn Sie zum ersten Mal mit dem Erreger in Kontakt kommen. Besonders kritisch ist das, wenn sich auf diese Weise Kinder anstecken, da die Folgen des Keuchhustens für sie tödlich sein können.

Der Schutz nach einer Impfung hält zwischen drei und zwölf Jahre an.

Behandlung von Keuchhusten

Nicht geimpfte Personen sollten nach dem Kontakt mit einem an Keuchhusten Erkrankten umgehend einen Arzt aufsuchen. Dieser verschreibt vorbeugend ein Antibiotikum, damit es nicht zu einem Ausbruch der Krankheit kommt. Antibiotika wirken bei Keuchhusten nur im Frühstadium.

Auch geimpfte Personen sollten nach dem Kontakt eines Erkrankten ihren Arzt aufsuchen. Hier kann es dennoch zu einer Ansteckung kommen, weil eine Impfung keinen hundertprozentigen Schutz gewährt. Der Experte wird entsprechende Untersuchungen durchführen und Maßnahmen einleiten. Besonders Säuglinge und Kinder sollten sich nach dem Kontakt mit einem Infizierten untersuchen lassen.

Weitere Informationen erhalten Sie über das Robert-Koch-Institut.

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