Politik

Ausschreitungen in Ankerzentrum: Ermittler unterstellen Tötungsabsicht

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Beim Einsatz in Bamberg wurden elf Menschen verletzt.


Ein Polizeieinsatz im Bamberger Ankerzentrum beginnt wegen Ruhestörung und endet in einem Gewaltausbruch. Die Ermittler erheben schwere Vorwürfe gegen die Bewohner. Sie gehen davon aus, dass einige die Beamten umbringen wollten.

Nach einem Gewaltausbruch in einem Ankerzentrum im oberfränkischen Bamberg ermitteln die Behörden unter anderem wegen versuchter Tötungsdelikte gegen mehrere Flüchtlinge. Einige der Bewohner der Einrichtung stehen zudem im Verdacht, absichtlich Feuer gelegt zu haben. Ihnen werde nun schwere Brandstiftung vorgeworfen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Die vier Hauptverdächtigen aus Eritrea sollen am morgigen Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden.

Die Männer sollen am frühen Dienstagmorgen mit weiteren Bewohnern des Heims Sicherheitsmitarbeiter und Polizisten angegriffen und sich verbarrikadiert haben. Zudem hätten sie in einer Wohnung ein Feuer gelegt, hieß es weiter. Bei dem Gewaltausbruch wurden elf Menschen verletzt. Ein Polizist musste behandelt werden, weil er nach Angaben der Ermittler von einem Verdächtigen mit einer Metallstange angegriffen wurde. Zehn Bewohner wurden ebenfalls verletzt, darunter die insgesamt neun Tatverdächtigen. Sie erlitten überwiegend Rauchvergiftungen. Bei dem Feuer entstand ein Sachschaden von rund 100.000 Euro.

Ruhestörung ruft Polizei auf den Plan

Auslöser des Einsatzes gegen 0.45 Uhr war nach Polizeiangaben eine Ruhestörung. Die ersten Streifenbeamten seien dann beim Eintreffen mit Pflastersteinen und anderen Gegenständen beworfen worden. Zahlreiche Einsatzkräfte kamen hinzu und umstellten das Gebäude. Wegen des Brandes flüchteten die Bewohner. Die Beamten konnten acht Flüchtlinge schnell vorläufig festnehmen. "Einen weiteren, zunächst flüchtigen Tatverdächtigen überwältigten Spezialeinsatzkräfte kurze Zeit später in einem Nachbargebäude", berichteten die Ermittler.

Im Laufe des Vormittags gab es dann eine Razzia in dem Komplex. Mit Bereitschaftspolizisten durchkämmten Polizisten aus Bamberg die Gebäude, dies wurde als "präventiv-polizeiliche Überprüfungen" bezeichnet. Bei den Kontrollen seien Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie vermeintliches Diebesgut festgestellt worden.

Ankerzentren sollen Asylverfahren beschleunigen

Anfang August waren in Bayern sieben Transitzentren oder Erstaufnahmeeinrichtungen in sogenannte Ankerzentren umgewandelt worden. In jedem Regierungsbezirk gibt es nun eine solche Einrichtung. Die zentralen Flüchtlingsheime sollen Asylverfahren von Migranten beschleunigen, die voraussichtlich kein Bleiberecht haben. Die Wohneinrichtung in Bamberg bietet Platz für bis zu 3400 Menschen, momentan wohnen dort nach Angaben der Polizei rund 1250 Asylbewerber.

Auch bei anderen großen Flüchtlingszentren in Bayern kam es in der Vergangenheit immer wieder zu einer größeren Zahl von Straftaten. Insbesondere in nordschwäbischen Donauwörth musste die Polizei mehrfach wegen randalierenden Gruppen von Bewohnern ausrücken. Kritiker von zentralen Flüchtlingsheimen sagen, dass die Zusammenlegung von großen Gruppen von Asylbewerbern solche Zwischenfälle begünstigen. Der Bayerische Flüchtlingsrat spricht von menschenunwürdigen Bedingungen in Sammeleinrichtungen und fordert die "Schließung der Abschiebelager".

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