Gesundheit

Schwimmen im Badesee: Was dabei zu beachten ist

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Badesee: Im kalten Wasser kann man sich derzeit leicht unterkühlen. (Quelle: Roland Mühlanger/imago images)

Sommerliche Temperaturen laden zu einem Ausflug zum Badesee ein. Doch beim Schwimmen in Freilandgewässern gibt es einiges zu beachten. Hilde Oberlehberg von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) erklärt, welche Gefahren Sie vermeiden sollten.

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Derzeit herrscht zwar Badewetter in Deutschland, die Wassertemperaturen spielen aber noch nicht so richtig mit. Zum Schwimmen reicht es nur für Hartgesottene: “Vom gesunden Menschenverstand würde ich sagen, im Wasser ist es noch sehr kalt. Aber es gibt auch Leute, die zum Eisschwimmen gehen und im Oktober oder November noch ins Wasser steigen”, sagt DLRG-Sprecherin Oberlehberg t-online.de.

Die Gefahr des Unterkühlens darf aber nicht unterschätzt werden. “Vorsicht ist auch geboten, wenn Sie leicht bekleidet auf einem Boot unterwegs sind und den Fahrtwind nicht mit einberechnen. Oder Sie bekommen eine Welle ab, sind nass und dann kommt der Fahrtwind hinzu. Das reicht schon für eine Unterkühlung aus”, so Oberlehberg.

Vor Sonnenbrand schützen

Auch die Gefahr, einen Sonnenbrand zu bekommen, ist jetzt sehr groß. “Schützen Sie sich vor der Sonne, weil sie jetzt besonders strahlungsintensiv ist. Wenn Sie sich im Wasser bewegt haben und wieder heraus kommen, sollten Sie sich auf jeden Fall abtrocknen und sofort eincremen”, rät die DLRG-Sprecherin.

Zudem sollten Sie folgende Tipps beachten:

Nicht in Baggerseen oder befahrenen Flüssen schwimmen

Wollen Sie bei diesem Wetter und den kühlen Wassertemperaturen dennoch schwimmen, sollten Sie immer in abgegrenzte Gewässer gehen, die bewacht sind. Baggerseen eignen sich dafür nicht, weil die steilen Kanten beim Herausklettern nachgeben können. Im schlimmsten Fall kämen Sie dann nicht mehr heraus, erklärt Oberlehberg und warnt: “Auf keinen Fall in Flüsse gehen, die befahren sind.”

Außerdem gelten folgene Regeln:

Vorsicht: Rettungsschwimmer erst ab Mai im Einsatz

Die meisten Ortsgruppen der DLRG sind ab dem 1. Mai im Einsatz, viele auch erst ab dem 15. Mai. Deshalb sollten Sie jetzt besonders auf Ihre eigene Sicherheit achten. Allerdings schwimmen Sie auch bei bewachten Badeseen immer auf eigene Gefahr, wenn die Wache nicht besetzt ist. “Ob eine Wache da ist, steht immer an den Stationen. Sie sind nur am Wochenende besetzt, denn die DLRG macht das alles ehrenamtlich”, so Oberlehberg.

Der Wasserrettungsdienst der DLRG ersetze aber auch nie den gesunden Menschenverstand. Eltern müssten ihre Kinder auch beaufsichtigen, wenn ein Rettungsschwimmer in der Nähe ist und könnten nicht einfach in Ruhe ein Buch lesen und nicht mehr auf ihr Kinder achten, betont die DLRG-Sprecherin.

Wasserqualität von Badeseen

Natürliche Gewässer können Keime enthalten, daher sollten Sie nicht in jedem beliebigen Teich oder See schwimmen gehen. Halten Sie sich dagegen an ausgewiesene Badeseen, deren Wasserqualität regelmäßig untersucht wird. In minderwertigen Gewässern können sich Bakterien, Pilze und andere Krankheitserreger tummeln, die im schlimmsten Fall zu Hautausschlägen oder auch zu Erbrechen, Übelkeit oder Durchfall führen können, wenn Sie das Wasser beim Schwimmen schlucken.

Gerade in Bereichen, in denen sich viele Wasservögel aufhalten, ist die Konzentration von Fäkalbakterien höher, warnt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Für eine heftige Infektion müssten die Bakterien aber in einer sehr hohen Konzentration vorhanden sein. Beachten Sie auch auch Warnhinweise am Ufer und baden Sie niemals in Gewässern, für die ein Badeverbot ausgeschrieben ist.

Gefahren an unbekannten und bewachsenen Ufern

Schwimmen Sie außerdem nur in dafür ausgewiesenen Zonen, denn unbekannte Ufer bergen Gefahren. Dort können sich beispielsweise Hindernisse, Scherben oder andere Objekte im Wasser befinden, an denen Sie sich verletzen können. Auch bewachsene und sumpfige Uferzonen sind gefährlich, warnt die DLRG.

Sowohl Kinder als auch auch Erwachsene können sich in Schlingpflanzen verheddern oder im schlammigen Untergrund einsinken. Meiden Sie außerdem Baumstämme, Wehre oder andere Wasserbauwerke. Dort können versteckte Strömungen lauern, die Sie unter Wasser ziehen. Falls Sie in eine solche geraten, versuchen Sie nicht, dagegen anzuschwimmen, sondern bewegen Sie sich möglichst seitlich daraus heraus.

Tipp: Über Badesee informieren

Vor dem Besuch eines Badesees macht es durchaus Sinn, sich über die Wasserqualität und sonstige Besonderheiten zu informieren. Eine Anlaufstelle bietet das Umweltbundesamt: Auf einer Übersichtskarte sind die verschiedenen Portale der jeweiligen Bundesländer gelistet, die Informationen zur Qualität der Gewässer enthalten. Zudem wird über mögliche temporäre Schließungen informiert. Ein Blick vor dem nächsten Ausflug zum Badesee kann auf jeden Fall nicht schaden.

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