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Schneechaos auf deutschen Autobahnen, Katastrophenfall in Berchtesgaden

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Schneefall und Glätte haben auf Autobahnen für rutschende Lastwagen und stundenlange Blockaden gesorgt. Eine 54-Jährige starb während eines Staus in ihrem Auto.

Umgestürzter LKW auf der Autobahn 8 in der Nähe von Bernau

Hunderte Lastwagen- und Autofahrer haben in der Nacht zum Donnerstag wegen Schneefalls und Glätte auf der Autobahn 8 festgesessen. Vom Abend an seien immer wieder Laster auf der schneeglatten Fahrbahn ins Rutschen geraten und hätten Behinderungen verursacht, sagte eine Polizeisprecherin.

Der Verkehr sei dadurch zwischen Ulm und Nellingen in Baden-Württemberg auf einer Länge von etwa 35 Kilometern zum Erliegen gekommen. Der Stau habe sich erst am Donnerstagmorgen wieder aufgelöst. Den Angaben zufolge waren Polizei, Rettungsdienst, das Technische Hilfswerk und die Autobahnmeisterei im Einsatz. Die Helfer verteilten unter anderem Decken und heiße Getränke.

Eine 54-Jährige starb während des Staus in ihrem Auto. Die Frau habe mit ihrem Fahrzeug bei Dornstadt im Stau gestanden und sich allein im Fahrzeug befunden, teilte das Polizeipräsidium Ulm am Donnerstag mit. Zur Todesursache machte die Polizei keine Angaben, ein Fremdverschulden sei auszuschließen.

Auf dem sogenannten Saaleanstieg auf der Autobahn A72 bei Hof kam der Verkehr für Stunden vollständig zum Erliegen, wie das Polizeipräsidium Oberfranken mitteilte. Für die Räum- und Streufahrzeuge gab es demnach kein Durchkommen. In der Region fielen in drei Stunden 40 Zentimeter Neuschnee.

Das Landratsamt für den südlichen Landkreis Berchtesgadener Land rief den Katastrophenfall aus. Die Behörde übernehme die Koordination der Einsatze der verschiedenen Rettungs- und Hilfsorganisationen, teilte ein Sprecher mit. Zahlreiche Straßen in der Region sind wegen der Schneemassen und umgestürzter Bäume gesperrt. In einem Ortsteil von Berchtesgaden ist die einzige Zufahrtsstraße nur von Militärfahrzeugen der Bundeswehr befahrbar – rund 350 Menschen sitzen dort fest. Diese Woche hatte bereits der oberbayerische Landkreis Miesbach den Katastrophenfall ausgerufen.

Auch im Bahnverkehr gab es teils erhebliche Einschränkungen. Die Bayerische Oberlandbahn musste ihre Fahrten ins Oberland einstellen, auch verschiedene Regionalbahnverbindungen der Deutschen Bahn waren beeinträchtigt. Im Bereich der Münchner S-Bahn auf der Strecke der S2 kam es zu einem Unfall zwischen einem Räumfahrzeug und einer S-Bahn. Verletzte gab es keine, die Strecke musste aber zwischen Markt Schwaben und Erding gesperrt werden.

Der Deutsche Wetterdienst warnte bis Freitagvormittag vor anhaltenden, gebietsweise starken Schneefällen in Bayern. Dazu kam in Alpennähe und im Bergland die Gefahr durch Schneebruch und in den Mittelgebirgen die Gefahr vor Schneeverwehungen. (dpa, AFP)

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