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Mehr als Vergesslichkeit: Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz

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Gedächtnisstörungen und Vergesslichkeit können viele Ursachen haben. Viele Menschen sehen darin schnell die Vorboten der Alzheimer-Demenz. (Quelle: photoschmidt/Getty Images)

Mal wieder hat man den Schlüssel verlegt oder der Name eines Bekannten fällt einem nicht ein – Ist das schon Demenz? Wenn Vergesslichkeit und Gedächtnisprobleme mit dem Alter zunehmen, denken viele Menschen direkt an Alzheimer. Wir sagen Ihnen, an welchen Symptomen man die Krankheit wirklich erkennt und was der Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz ist.

Überblick

Alzheimer-Demenz: Mit diesen Symptomen zum Arzt gehen

Gerade ältere Menschen sehen in Vergesslichkeit und Gedächtnisprobleme schnell die Vorboten der Alzheimer-Erkrankung. Doch das Krankheitsbild von Alzheimer ist wesentlich komplexer. Nicht nur das Kurzzeitgedächtnis leidet, auch Sprache ist eingeschränkt und es kommt zu Orientierungsstörungen. Zudem fallen Alltagshandlungen, wie zum Beispiel Schuhe- oder Krawattebinden, zunehmend schwer.

Treten derartige Symptome über einen längeren Zeitraum von mehreren Wochen oder gar Monaten auf, sollte man zum Arzt in Behandlung gehen. Die Diagnose wird aufgrund verschiedener Tests gestellt, die Gedächtnis und Verhaltensänderungen prüfen. Um andere Erkrankungen auszuschließen, untersucht der Arzt das Blut und lässt abschließend meist eine Computertomographie des Gehirns durchführen. Dennoch lässt sich Alzheimer zu Lebzeiten nur mit 80-prozentiger Sicherheit diagnostizieren. Erst nach dem Tod kann eine Gehirnuntersuchung zeigen, ob der Betroffene tatsächlich an Alzheimer litt.

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Demenz oder Alzheimer: Wo liegt der Unterschied?

Demenz ist nicht gleich Alzheimer. Der Begriff  bezeichnet den fortschreitenden Verlust verschiedener Gehirnfunktionen. Eine mögliche Ursache dafür ist die Alzheimer-Krankheit. Von den rund 1,1 Millionen Demenzkranken in Deutschland leiden zwei Drittel an Alzheimer, schätzt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft.

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Demenzformen: Demenz ist der Oberbegriff für Erkrankungen, die mit dem Verlust der geistigen Funktionen wie Denken, Gedächtnis und Orientierung einhergehen. Morbus Alzheimer ist wie eine spezielle Form der Demenz dar. Daneben gibt es weitere Demenzformen wie die vaskuläre Demenz oder die Lewy-Körper-Demenz. Nur der Arzt kann feststellen, ob und welche Form der Demenz vorliegt und auf dieser Basis eine Behandlung einleiten. 

In einem Drittel der Fälle hat die Demenz andere Ursachen als die Alzheimer-Krankheit. Die Zahl der Betroffenen nimmt kontinuierlich zu, was Experten damit erklären, dass es immer mehr alte Menschen gibt. Unter 60 Jahren tritt Alzheimer sehr selten auf. Unter den 70- bis 75-Jährigen sind knapp drei Prozent erkrankt, bei den über 90-Jährigen ist es bereits jeder Dritte.

Im Unterschied zu anderen Formen der Altersdemenz, die in der Regel schleichend verlaufen und nicht zwangsläufig zum Tod führen, ist Alzheimer eine stark fortschreitende, unheilbare Erkrankung, die in Stufen verläuft. Typische Symptome, die je nach Krankheitsstadium auftreten, sind neben Gedächtnis- und Orientierungsstörungen auch Sprachstörungen und Veränderungen der Persönlichkeit. Medikamente können den Verlauf um mehrere Monate oder auch ein Jahr verzögern. Eine heilende Behanfdlunh der Krankheit gibt es bislang aber nicht, denn die zerstörten Nervenzellen im Gehirn können sich nicht mehr regenerieren.

Diese Grafik zeigt, wie Alzheimer entsteht: Eiweißablagerungen bilden sich zwischen den Nervenzellen und verklumpen sie. Damit einher geht ein Verlust der geistigen Fähigkeiten. (Quelle: SCIEPRO/SCIENCE PHOTO LIBRARY/Getty Images)

Alzheimer oder Lewy-Körperchen-Demenz?

Symptome der Alzheimer-Demenz ähneln stark denen der Lewy-Körperchen-Demenz.  Bei den Lewy-Körperchen handelt es sich um runde zytoplasmatische Einschlusskörperchen der Nervenzellen. Diese sind typisch für Parkinson- oder Demenz-Patienten.

Die Symptome einer Lewy-Körperchen-Demenz treten jedoch früher und heftiger als bei Alzheimer auf. Typisch ist etwa, dass die Betroffenen halluzinieren, schwanken oder stürzen. Anders als bei Alzheimer bleibt bei der Lewy-Körperchen-Demenz das Gedächtnis aber länger erhalten.

Alzheimer vorbeugen: Was das Demenzrisiko senkt

Die gute Nachricht: Viele Fälle von  lassen sich mit gesunder und aktiver Lebensweise hinauszögern oder sogar vermeiden. So zeigten französische Forscher, dass Menschen, die mindestens zweimal pro Woche geistig anregenden Beschäftigungen nachgehen, ihr Alzheimer-Risiko um die Hälfte verringern.

Auch soziales Engagement und künstlerische Aktivität senken das Risiko zu erkranken. Eine US-Studie belegt, dass Menschen, die reichlich Fisch, Obst und Nüsse essen, ebenfalls weniger gefährdet sind. Auch die Deutsche Alzheimer Gesellschaft rät zu gesunder Ernährung mit viel Obst und Gemüse und wenig tierischem Fett, um Demenzerkrankungen und dem Verlust der geistigen Fähigkeiten vorzubeugen. 

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