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Hat Regisseur Wedel Zeugin verunglimpft?

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Berliner Justiz untersucht falsche Verdächtigung. Hintergrund der Vorwürfe ist ein Streit Wedels mit seiner Ex-Freundin.

Der Regisseur Dieter Wedel streitet mit seiner Ex-Geliebten.

Neben der Staatsanwaltschaft München ermittelt jetzt auch die Berliner Justiz gegen den TV-Regisseur und Drehbuchautor Dieter Wedel. Wie eine Sprecherin am Mittwoch bestätigte, werde Wedel einer falschen Verdächtigung beschuldigt. Das Verfahren ruhe allerdings derzeit, da gegen die Anzeigeerstatterin ebenfalls noch ermittelt werde. Dieses Verfahren wird zunächst fortgeführt, erst dann würden die Anschuldigungen gegen Wedel weiter untersucht.

Hintergrund der gegenseitigen Vorwürfe ist ein Streit Wedels mit seiner früheren Freundin Dominique Voland. Wedel, gegen den in München wegen Vergewaltigung einer Schauspielerin ermittelt wird, hatte Voland im Februar bei der Staatsanwaltschaft Berlin angezeigt, weil sie versucht haben soll, ihn zu erpressen. Demnach soll sie 300.000 Euro dafür verlangt haben, um in der Öffentlichkeit über Details ihrer langjährigen Beziehung zu schweigen.

Ende Oktober meldete sich Voland dann ihrerseits über ihren Anwalt bei den Berliner Strafverfolgern. Wedel habe erweislich gelogen; er habe ihr über einen Mittelsmann ein Schweigegeld angeboten. Dass Wedel sie angezeigt habe, solle ihre Glaubwürdigkeit als Zeugin im parallel laufenden Ermittlungsverfahrens in München erschüttern.

Die „Zeit“ hatte im Januar über mehrere Frauen berichten, die Wedel sexuelle Übergriffe und Gewalt vorwarfen. Voland, die mit Wedel einen Sohn hat, hatte sich gegenüber dem Magazin „Gala“ im Februar so geäußert: „Aus eigenem Erleben mit diesem Mann habe ich Grund zur Annahme, dass die beschriebenen Ereignisse der Wahrheit entsprechen.“ Sie habe in der gemeinsamen Zeit viele leidvolle Erfahrungen machen müssen. „Er ist ein Despot, ein Choleriker, ein Narzisst“, der ständig wütend und unberechenbar gewesen sei.

Geänderte Verjährungsregel

Ein Schweigegeld will sie abgelehnt haben. Ihr Anwalt möchte nun unter anderem mit der Dokumentation von SMS belegen, dass Wedel bei der Berliner Justiz die Unwahrheit gesagt hat. Die Anwälte Wedels wollten zu dem Vorgang auf Anfrage keine Stellungnahme abgeben.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München sind mittlerweile umfangreicher geworden. Wie ein Sprecher sagte, seien viele Zeugen vernommen worden, manche auch im Ausland, zum Beispiel in den USA. Da solche Vernehmungen im Wege der Rechtshilfe von ausländischen Behörden geführt würden, dauere dies länger. Auch seien mehrere Protokolle der Aussagen noch nicht in München angekommen.

Es wird damit gerechnet, dass sich die Ermittlungen noch bis Mitte nächsten Jahres hinziehen können. Die meisten angeblichen Taten sind verjährt. Ein Vorwurf datiert allerdings von 1996 und kann aufgrund einer geänderten Verjährungsregel noch verfolgt werden. Wedel bestreitet alles, verzichtet aber auf öffentliche Stellungnahmen.

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