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Ebola-Epidemie: Erstmals Medikamentenstudien genehmigt

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Im Norden der Demokratischen Republik Kongo sind bereits über 200 Menschen an Ebola gestorben. Jetzt sollen neue Wirkstoffe wissenschaftlich getestet werden.

Höchster Schutz. Absperrungen sichern ein Ebola-Zentrum im Kongo.

Erstmals können Medikamente gegen Ebola während einer akuten Epidemie im Kongo regulär und in einer größer angelegten Studie eingesetzt werden. Die neu entwickelten Medikamente seien dafür nun zugelassen, erklärte jetzt das Gesundheitsministerium der Demokratischen Republik Kongo. Seit August dieses Jahres sind bereits vier Wirkstoffe – mAb 114, ZMapp, Remdesivir und Regeneron – in der Provinz Nord-Kivu eingesetzt worden. Bis jetzt erfolgte die Behandlung jedoch nur vereinzelt und nach dem sogenannten „Compassionate Use“-Prinzip, welches in Ausnahmefällen die Nutzung nicht zugelassener Medikamente erlaubt. Mit Beginn dieser Woche werden in einem Behandlungszentrum in Beni erstmals drei der vier Substanzen im Rahmen einer klinischen Studie getestet. Eine Ausweitung auf weitere Zentren und auf das vierte Molekül sei geplant, teilte das Ministerium mit.

Studien sollen die nötigen Daten für eine Zulassung der Medikamente sammeln

„Diese klinischen Tests sind sehr wichtig – sie werden uns zeigen, ob bestimmte Wirkstoffe die Leben von Patientinnen und Patienten mit Ebola retten können“, erklärte am Montag Jeremy Farrar, Leiter des Wellcome Trust, der britischen Stiftung für medizinische Forschung, die die Ebola-Forschung maßgeblich fördert. Mit den Informationen aus der Studie im Kongo könnte sichergestellt werden, dass das Medikament lizensiert wird „und für die Menschen, die es brauchen, zugänglich und bezahlbar ist – wo immer auf der Welt sie sich befinden“, so Farrar.

Seit August sind im Kongo bereits über 200 Menschen an Ebola gestorben, rund 400 Infektionen sind bekannt. Jetzt geht es der kongolesischen Regierung und Hilfsorganisationen darum, die Seuche möglichst schnell einzudämmen. Die gängigen Maßnahmen sind angelaufen, um eine weitere Verbreitung der Epidemie und auch die Infektion des medizinischen Personals und humanitär Helfender zu verhindern. Dazu gehören eine frühe Identifikation des Virus durch Labortests, die Isolation der Betroffenen, Schutzkleidung für die Helfenden, möglichst sterile Behandlungsräume und sichere Beerdigungen. Massiv erschwert wird dies jedoch durch die unsichere politische Lage in der Region. So sind in jüngster Zeit mehr als eine Million Menschen aus Nord-Kivu vor Entführungen und Misshandlungen durch Rebellengruppen geflüchtet.

Seit August über 35.000 Menschen gegen Ebola geimpft

Um die Ausbreitung der Epidemie zu stoppen, wurden größere Bevölkerungsgruppen bereits seit den ersten bekannten Fällen in diesem Jahr geimpft. Der Impfstoff entstand aus Forschungsprojekten während der Westafrika-Epidemie in den Jahren 2013 bis 2016, die 11.000 Menschenleben gefordert hatte. In der Schlussphase der Epidemie wurde die Impfung mit ersten Erfolgen getestet, seit August 2018 wurden bereits knapp 35.500 Menschen geimpft, davon gut 10.000 Ärzte, Pflegende und weitere Helfer.

Während des akuten Ausbruchs eine klinische Studie mit Ebola-Medikamenten durchzuführen, sei „eine riesige Herausforderung“, sagt Jeremy Farrar vom Wellcome Trust. Aber der einzig sinnvolle Zeitpunkt für klinische Forschung zu Ebola sei nun einmal während einer Epidemie. Sollten die Tests positive Ergebnisse bringen, besteht Hoffnung, dass weitere Ebola-Ausbrüche schnell und effektiv behandelt werden können.

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